Dachstuhlbrand in Gersweiler, fünf freiwillige Löschbezirke arbeiten Hand in Hand

Datum: 16. April 2019 
Alarmzeit: 13:02 Uhr 
Dauer: 1 Stunde 28 Minuten 
Art: Brand 3 
Einsatzort: In den Ellern 
Fahrzeuge: LF 10/6, GW-L2, LF 16-TS – KatS 


Einsatzbericht:

Erlauben Sie es uns, dass wir einleitend zunächst einmal etwas anders beginnen.

Wieder einmal ist es kein Tag wie jeder andere in der Landeshauptstadt Saarbrücken, genauer gesagt im Zuständigkeitsbereich der Feuerwache zwei der Berufsfeuerwehr Saarbrücken. Bekanntlich ist die Wache durch einen hohen Krankenstand derzeit durch die Berufsfeuerwehr nicht besetzt, aber dennoch muss die Sicherheit der Bürger sichergestellt sein.

Dies geschieht, wie bereits mehrmals in den Medien berichtet, seit Donnerstag 11. April durch Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr, so auch am 16. April. Wachwechsel ist morgens um sechs Uhr. Zu diesem Zeitpunkt befinden sich 36 Einsatzkräfte im und um das Gerätehaus des Löschbezirkes 12, Malstatt- Burbach. 18 von ihnen haben eine einsatzfreie Bereitschaftsnacht hinter sich, während die anderen 18 noch 12 Stunden vor sich haben. Untereinander wechselt man noch ein paar Worte und schnell verbleibt die „frische“ diensthabende Wachmannschaft aus den vier Löschbezirken der Freiwilligen Feuerwehren Malstatt-Burbach, Dudweiler, Ensheim und Alt-Saarbrücken im Gerätehaus Malstatt-Burbach.

Wachbereitschaftsführer ist an diesem Tag der Löschabschnittsführer Ost, Hauptbrandmeister Willi Hartz aus Eschringen. In der Nähe von ihm immer ein Funkgerät, ein Telefon und nicht weit entfernt das Faxgerät, um auf eingehende Alarme durch die Haupteinsatzzentrale der Berufsfeuerwehr direkt reagieren zu können. Zwar hatte man bis Dato. auch schon Bereitschaften, allerdings bedingt der aktuellen Situation geschuldet, eine solche besondere noch nicht. Aber, so berichten die Helfer, sei man gerne bereit diese Dienste zur Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger zu tätigen. Und so kann Willi Harz an die Leitstelle melden, dass die neue  Einsatzbereitschaft steht.

Gehen die Angehörigen der Freiwilligen Feuerwehren im Alltag den unterschiedlichsten Berufen nach, so tätigen sie nun für 12 Stunden im zwei Schichtbetrieb wie eine Berufsfeuerwehr ihren Dienst im Auftrag der Landeshauptstadt Saarbrücken und übernehmen den Brandschutz und die technische Hilfe. Da es sich um 18 Kameraden/Innen aus vier Löschbezirken und aus unterschiedlichen Löschabschnitten handelt die diese Bereitschaft übernommen haben, haben einige Kameraden außer vielleicht in Übungen, im Einsatz noch nie zusammengearbeitet. Doch nach kurzer Zeit hat man sich ausgetauscht, denn man bildet eine Gemeinschaft die 12 Stunden miteinander verbringt und so auch neue Freundschaften entstehen.  

Zum Beginn der Tagesschicht findet die Wachübergabe statt. Nach dieser werden die Einsatzfahrzeuge und deren Ausrüstungen überprüft und evtl. kleinere Wartungsarbeiten durchgeführt. Auch die Drehleiter wird zu jedem Schichtwechsel einer Funktionsprüfung durch aus und wieder einfahren überprüft Hiernach weiß man, dass alles OK ist.

Warten auf Einsätze will man das hier nicht nennen, schließlich ist man froh, wenn es hierzu nicht kommt. So nutzt man die Zeit für Ausbildung, oder ist mit anderweitigen Arbeiten beschäftigt. Auch hält man Kontakt zu der Familie nach Hause oder nutzt seine Pause im eigens hergerichteten Ruheraum im Gerätehaus des Löschbezirk Malstatt – Burbach für wichtige Dinge, die sonst liegen bleiben.

Mittlerweile ist es Mittag geworden und das gemeinsame Essen steht an. Gut und abwechslungsreich sei das Essen wie man hört.

Ausrücken zum Dachstuhlbrand auch für den Einsatzleitwagen der BF

Gerade mit dem Essen fertig, alarmiert die Leitstelle aus dem Hessenweg gegen 13:02 Uhr zu einem Dachstuhlbrand „In den Ellern“ nach Gersweiler. Zeitgleich wird der zuständige Löschbezirk Gersweiler und der Einsatzleitwagen der BF alarmiert.

Schnell hat die Wachmannschaft über die bereits tragenden Einsatzhosen die Jacken und die Helme angezogen und mit allen Fahrzeugen geht es mit Alarm nach Gersweiler zur Einsatzstelle. Bereits auf der Anfahrt zu dem Objekt ist eine starke Rauchentwicklung im Dachbereich zu erkennen mit Flammendurchbruch neben einem Schornstein. An der Einsatzstelle angekommen, sind bereits die Kameraden aus Gersweiler mit dem Einleiten des erst Angriffs beschäftigt. Einsatzleiter Sven Hampel der eine Erkundung durchgeführt hat, gibt erforderliche Maßnahmen an die ebenfalls eingetroffene Wacheinheit aus Malstatt-Burbach weiter. Auch der Einsatzleiter der BF ist mittlerweile an der Einsatzstelle, mit dem eine ständige Absprache und Zusammenarbeit erfolgt.

Zu diesem Zeitpunkt befindet sich laut Anwohnern aus der Nachbarschaft niemand mehr in dem Gebäude. Unter Atemschutz begibt sich ein Angriffstrupp zur Brandbekämpfung direkt in die erste Etage, wo eine Deckenluke geöffnet und sich eine daran befindende enge Treppe aufklappt, die einen direkten Zugang auf den Dachboden ermöglicht. Über eine Rigips- Plattendecke und Dämmwolle ist der Dachboden nicht so für die eingesetzten Trupps begehbar, lediglich von einer anderen Stelle aus können die Löschmaßnahmen erfolgen. Zwischenzeitlich wurde die Drehleiter in Stellung gebracht, von der aus eine weitere Brandbekämpfung erfolgen kann. Mittlerweile ist auch der Hauseigentümer eingetroffen, der die Angaben des Nachbarn bestätigt, dass sich niemand mehr in dem Gebäude befindet. Jedoch will man sicher gehen und schickt zur Kontrolle einen weiteren Trupp unter Atemschutz in das Haus.

Die Lage ist schnell unter Kontrolle, so dass zwei weitere Einsatzfahrzeuge vom Löschbezirk Gersweiler mit ihren Mannschaften in gewissem Abstand in Bereitschaft stehen bleiben können.

Zum Einsatz kommt ein Überdrucklüfter, der am Hauseingang in Stellung gebracht wird um den Brandrauch nach oben durch ein geöffnetes Fenster in den Außenbereich zu drücken.
Durch den Einsatz aller sehr gut zusammenarbeitenden Einheiten konnte der Schaden begrenzt, das Feuer schnell gelöscht und somit eine weitere Brandausbreitung im Gebäude verhindert werden. Teile der Kaminverkleidung und vom Dach wurden geöffnet und mittels einer Wärmebildkamera auf eventuell noch vorhandene unentdeckte Glutnester kontrolliert. Nachdem das Haus rauchfrei war und durch die Wärmebildkamera keine weiteren Glutnester festgestellt werden konnten, war der Einsatz für die insgesamt 34 Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr vor Ort somit beendet. Nach dem gemeinsamen Rückbau der eingesetzten Gerätschaften konnte an die Haupteinsatzzentrale Einsatzende gemeldet werden und alle Einheiten rückten wieder in ihre Unterkünfte ein. 

Zwar ist der Einsatz vor Ort des Geschehens erledigt, nicht jedoch das wieder Aufrüsten der Fahrzeuge, ob in Gersweiler oder in Malstatt-Burbach im Gerätehaus. Die eingesetzten Gerätschaften müssen nochmals überprüft bzw. ergänzt, die benutzten Atemschutzgeräte sowie das Schlauchmaterial ausgetauscht werden, schließlich kann ein nächster Einsatz innerhalb kürzester Zeit folgen. Erst nachdem dies alles getan ist, kann an die Haupteinsatzzentrale die vollständige Einsatzbereitschaft gemeldet werden. 

Eine sehr gute, schnelle und professionelle Arbeit der eingesetzten Einheiten bestätigte der derzeitige kommissarische Wehrführer Hans- Werner Schmitz, dessen Aussage sich Willi Hartz nur anschließen konnte.

Während sich die Kameraden aus Gersweiler nach Hause begeben, bleibt die diensthabende Wachmannschaften in Malstatt-Burbach noch bis 18 Uhr im Gerätehaus in Bereitschaft. Hier wird über den Einsatz noch geredet, wonach schließlich ohne weitere Vorkommnisse um 18 Uhr die nächsten 18 Freiwilligen aus den Löschbezirken Malstatt-Burbach, Bübingen,Dudweiler und Alt-Saarbrücken zum Nachtdienst anrücken.

Am Ende sind es immer wieder die vielen Danksagungen der Bürgerinnen und Bürger an die Feuerwehr, die nicht nur gut tun, sondern auch zeigen, dass es ohne die Ehrenamtlichen nicht geht.

Rafael Mailänder (Pressebeauftragter F.F. Gersweiler)